Bewerten Sie die Kompetenzen der Einkaufsabteilung Ihres Unternehmens

Wie können Sie das Wissen Ihrer Einkaufsabteilung über Lieferanten und Technologien verbessern?

Die Einkaufsabteilung verdankt einen Teil ihres Mehrwerts Maßnahmen zur Nachverfolgung und Beobachtung von Märkten, Produkten, Lieferanten und Technologien … Übergreifende Maßnahmen, die nicht von den internen Kunden übernommen werden können, welche operative, schnelle und bekannte Lösungen bevorzugen und nicht immer die Zeit haben, die Innovationen ihrer Lieferanten zu beobachten.

Markt, Technologien, Innovationen: den Trends folgen

Unter den 5 Schlüsselkompetenzen der Einkäufer ist die Marktexpertise ein Muss.

Schlüsselkompetenzen Beschreibung
1. Leadership & Management Zuhören, Einflussnahme, Konfliktmanagement, Delegation, Motivation, Organisation
2. Prozess & Projekt Überzeugungskraft, Sprachen, Kreativität, Projektmanagement, Risikomanagement, regulatorische Konformität, kulturelle Anpassungsfähigkeit
3. Kundenexpertise Verständnis der Ziele – der Prozesse – der Einschränkungen, Fähigkeit zur Erstellung eines Lastenhefts
4. Marktexpertise Schnelle Aneignung neuer Technologien oder Standards, Benchmarking, Netzwerk, Kenntnis der Akteure mit ihren Stärken und Schwächen
5. Technische Einkaufsexpertise Analyse (Kostenstruktur, Nutzung interner und externer Datenbanken, Einkaufsportfolio, Nutzung von IT-Werkzeugen (ERP, Büroanwendungen, Internet)Verhandlung (Vorbereitung, Verhalten, SWOT-Analyse, Taktik, Strategie, Überzeugungskraft)Ausschreibungsexpertise (Beherrschung des Ablaufs, e-RFx-Werkzeuge, Einflussnahme, Recht, Finanzen)SRM und Category Management (Einkaufspolitik, Zeit- und Prioritätenmanagement, Dashboard und Kennzahlen, TCO, Konfliktlösung, Motivation, Kreativität)

Konkret ist es wichtig, dass ein Einkäufer die Entwicklung der Technologien verfolgt, die sich auf den Einkauf auswirken könnten. Wenn man in Kategorien des „übergreifenden Mehrwerts“ denkt, sind neue Technologien wie das Internet der Dinge, die Geolokalisierung und Hyperlokalisierung, Big Data oder auch die Nutzungsökonomie Ansatzpunkte zur Verbesserung der Rentabilität, die nicht unterschätzt werden sollten. Die Einkaufsfunktion kann zwar Wertgewinne erzielen, indem sie zumindest die „Standard“-Technologien, -Produkte und -Dienstleistungen des Einkaufsbereichs kennt und dank Benchmarkings der Lieferanten, doch weitaus größere Gewinne lassen sich erzielen, wenn man sich für neue Technologien oder Dienstleistungen interessiert und sich vorstellt, wie diese in die internen Prozesse der Produktentwicklung oder in die internen Abläufe integriert werden könnten.

Ein berufliches Netzwerk aufbauen

Das Internet ist zwar eine Wissensquelle, die es Ihnen ermöglicht, Ihre Märkte, Lieferanten und Technologien zu verfolgen. Dennoch sind auch die persönlichen Kontakte, die Sie mit verschiedenen Gesprächspartnern auf Messen, bei speziellen Abendveranstaltungen oder Geschäftsessen pflegen können, Informationsquellen, die regelmäßig aktiviert werden sollten. Zu oft denkt man beim Thema Netzwerk an „allgemeine soziale Netzwerke“. Sie können auch Ihr eigenes Netzwerk aufbauen, zum Beispiel ein Partnernetzwerk einrichten, um einer Logistik- oder Versorgungskrise zu begegnen. Vergessen Sie nicht die spezialisierten Netzwerke, wie zum Beispiel jenes für öffentliche Einkäufer oder zum Zugang zu Unternehmen des angepassten Sektors (ESAT-CAT …). Schließlich ist auch das interne Netzwerk im eigenen Unternehmen eine sehr reichhaltige Informationsquelle, da fast jeder mit Lieferanten in Kontakt steht und über eigenes Wissen verfügt.

Informationen analysieren und zusammenfassen, Wettbewerb zwischen Ihren Lieferanten schaffen

Nachdem alle Quellen und Informationen identifiziert wurden, müssen Sie diese anschließend noch analysieren und zusammenfassen. Sie können zum Beispiel eine Zukunftsstudie durchführen, um die künftigen Trends Ihrer Märkte zu bestimmen (oder bestehende Studien nutzen, sofern verfügbar), dank Ihrer Branchenkenntnisse und/oder der Auswertung der jüngsten Zahlen Ihrer Ausgaben. Sie können auch die Rahmenbedingungen der Märkte Ihrer Lieferanten untersuchen, um die Auswirkungen zu antizipieren, die diese Trends künftig auf Ihre eigenen Einkäufe haben könnten (zum Beispiel die Entwicklung der Rohstoffpreise).

Schließlich gibt es verschiedene Modelle, um die von Ihnen gesammelten Informationen zusammenzufassen und zu nutzen. Das Diagramm der Kräfte nach Porter ist ein gutes Werkzeug zur Analyse und zum Verständnis eines Marktes. Dabei geht es nämlich darum, Folgendes zu bewerten:

• Die Bedrohung durch neue Marktteilnehmer

• Die Wettbewerbsrivalität der aktuellen Marktakteure

• Die Bedrohung durch Substitutionsprodukte (einschließlich Innovationen)

• Die Verhandlungsmacht der vorgelagerten Marktakteure (Lieferanten)

• Die Verhandlungsmacht der nachgelagerten Marktakteure (Kunden)